Linda Rauter Preis-Verleihung
Der Linda Rauter Preis wird für herausragende Leistungen junger Juristinnen und Juristen im Rahmen der Diplomarbeit vergeben. Gleichzeitig soll der Preis ein Ansporn zu Spitzenleistungen sein.
Inhaltlich ist eine Voraussetzung für diese Auszeichnung eine exzellente Leistung in der Diplomarbeit mit einem internationalen, europäischen oder rechtsvergleichenden Schwerpunkt. Großzügig unterstützt wir der Preis durch Kaan Cronenberg & Partner Rechtsanwälte sowie dem Verlag Manz.
Der mit dem Einverständnis der Familie ins Leben gerufene Linda Rauter Preis wird für herausragende Diplomarbeiten vergeben und soll an den Menschen Linda Rauter, eine ungewöhnliche, positive und begabte junge Juristin, erinnern.
Linda Rauter wurde in Villach geboren. 2015 maturierte sie (BG/BRG Peraugymnasium Villach) und begann im selben Jahr im Wintersemester mit dem Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Graz.
Während ihrer Studienzeit sammelte Linda Rauter eine Reihe von Arbeitserfahrungen (unter anderem in drei Rechtsanwaltskanzleien – bei RA Dr. Thomas Romauch, bei Kaan Cronenberg & Partner, sowie in Prag bei AK Voda s.r.o., darüber hinaus in der UniCredit Bank Austria AG und an der Universität Graz als Studienassistentin bei Professor Hannes Schütz und bei Professor Walter Doralt). Engagiert mitgewirkt hat Linda Rauter auch im Team von ELSA Graz.
Im Sommersemester 2019 absolvierte Linda Rauter den Kurs Rechtsvergleichung. Wegen der ungewöhnlichen Leistungen und dem offensichtlichen Interesse an der Privatrechtsvergleichung wurde ihr im Juni 2019 eine Stelle als Studienassistentin im Team von Professor Doralt angeboten, die sie bis zu Ihrem frühen Tod behielt. Linda Rauter hatte jede Voraussetzung für eine glänzende Laufbahn als erfolgreiche Juristin.
Gegenüber der im Sommer 2019 plötzlich wieder aufgetretenen, bedrohlichen Erkrankung blieb sie zuversichtlich: Sie war gefasst, bewundernswert mutig und nicht bereit aufzugeben. Neben dem würdevollen Kampf gegen die fortschreitende Krankheit setzte Linda Rauter energisch ihr Studium fort, in der Hoffnung, es noch abschließen zu können - doch am Ende war die Krankheit stärker. Die begonnene Diplomarbeit, als letzter fehlender Teil des Studiums, wurde nicht mehr zu Ende gebracht. Diese begonnene Arbeit war Linda Rauter ein besonderes Anliegen.
Der Linda Rauter Preis wird für besondere Leistungen von Studierenden im Rahmen der Diplomarbeit verliehen. Die Entscheidung über die Zuerkennung erfolgt auf Grundlage der Beurteilung der Diplomarbeit. Voraussetzung ist ein inhaltlicher Schwerpunkt mit internationaler, europäischer oder rechtsvergleichender Ausrichtung.
Über die Zuerkennung des Preises entscheidet eine Jury unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Walter Doralt. Weitere Mitglieder der Jury sind derzeit Univ.-Prof. Mag. Dr. Maria Bertel, Univ.-Prof. Dr. Erika De Wet, LL.M. (Harvard), Univ.-Prof. Dr. Thomas Garber, Univ.-Prof. MMag. Dr. Paul Gragl, Univ.-Prof. Dr. Hannes Schütz.
Die finale Entscheidung über die Preisvergabe erfolgt auf Grundlage von begründeten Vorschlägen der Jurymitglieder oder anderer Professoren und Professorinnen der Universität Graz. Vorgeschlagen werden können facheinschlägige, von ihnen betreute Arbeiten. Zulässig ist auch die Eigenbewerbung (Bewerbungen sind zu richten an: an lindarauterpreis(at)uni-graz.at), wobei darzulegen ist, warum die Arbeit eine besondere Leistung darstellt und preiswürdig ist. Mit der Bewerbung ist das Gutachten zu übermitteln. Soweit über die Arbeit kein Gutachten vorliegt, ist eine Nominierung durch eine Professor:in erwünscht. Frist für die Bewerbung ist jeweils der 1. April des laufenden Jahres.
Die Arbeit muss im laufenden oder vorangegangenen Studienjahr eingereicht worden sein und die Beurteilung (Gutachten) dazu muss bereits vorliegen.
Vorgesehen ist ein Preisgeld von insgesamt 3.000 Euro, das auf mehrere Arbeiten aufgeteilt werden kann. Die Jury behält sich vor, je nach Einschätzung der vorliegenden Arbeiten, keinen Preis zu vergeben oder nur einen Teil der genannten Summe für Preise zu vergeben.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit Einreichung der Bewerbungsunterlagen ist die Zustimmung zur Speicherung und Datenverarbeitung für die Zwecke der Entscheidung durch die Jury verbunden.
Die Bewerbung einschließlich der Arbeit und eines aktuellen Lebenslaufes sowie einer Notenübersicht ist elektronisch zu übermitteln (an lindarauterpreis(at)uni-graz.at).
Preisträger und Preisträgerinnen werden bei der Preisverleihung eine kurze mündliche Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der Arbeit vorstellen.
Preisverleihung 2026
In diesem Jahr wurden fünf herausragende junge Jurist:innen für ihre Diplomarbeiten ausgezeichnet:
Mag. Stefan Haas
Der Verzicht auf Garantien nach Artikel 6 EMRK durch Schiedsvereinbarungen
Mag.a Lejla Jasarevic
Die Justiziabilität des Artikel 2 EUV – Normative Grenzen und Möglichkeiten richterlicher Durchsetzung
Mag. Nicolaus Scarpatetti
Eine unionskartellrechtliche Untersuchung der FIFA Football Agent Regulations (FFAR) unter besonderer Berücksichtigung der Honorarobergrenze
Mag.a Nikoleta Simic
Das Europäische Medienfreiheitsgesetz: Medienfreiheit als Element der Rechtsstaatlichkeit in der EU
Mag. Jonas Traussnigg
„Legislatives Unrecht“ – Ansprüche Privater nach dem österreichischen Verfassungsrecht und dem Unionsrecht